Worauf hab ich mich da eingelassen??

30.August 2006, Redaktionsitzung des bergischen Kulturmagazins „Plan B“. Redaktionelle Verteilung der Artikel. Aktueller Tagesordnungspunkt: „Der Röntgenlauf“, ein seit einigen Jahren auch bundesweit schon etwas etablierteres Läuferereignis mit Strecken vom Ultramarathon bis hin zum Gelände-Querfeld-Ein mit zu umgehender Bierzelt-Schikane.

Da alle Seiten doch recht einstimmig posaunten, dass man eigentlich im nächsten Jahr auch von Seite der Redaktion ein Pferd ins Rennen schicken sollte, kein Mensch in Natur gegeben fauler Natur sich aber freien Willens dazu beischlagen ließ, geschah es: Ich wurde Pferd. Jaja, ich lauf schon irgendeine Distanz mit, logisch *seufz*

Kaum zu Hause angekommen wurde ich mit Ehre geizig. Als Mensch, der sich in vielen künstlerischen Bereichen bewegt, bin ich es gewohnt, außer vielleicht im Bereich der Honorarzahlung, keine halben Sachen zu machen, somit stand schnell der Entschluss: Ich widme mich der Königsdisziplin, dem Ultra-Triathl…ähm…naja, also dem Marathon.
Dieser Blog soll nun dafür da sein, meine Fortschritte, Rückschritt und Stürze auf diesem Wege humoresk und kabarettistisch zu verfolgen. Dass dieser Blog zudem noch an einem 11.September, also gut 13 Monate vor dem alles entscheidenden Lauf startet, ist somit auch kein Zufall. Schließlich befindet sich mein Körper momentan auch eher auf dem „ground zero“. Wer meine beiden Romane kennt, weiß, dass Begrifflichkeiten wie „Passives Zellgewebe“ oder noch despektierlicher – „Zellsack“ – an dessen Körper überall dort, wo normale männliche Wesen Muskeln besitzen, bei mir eher dickere Puddingkissen eingelassen hat, durchaus Selbstbeschreibungen sind.

Schon diese wenigen Sätze sollten klar machen : Ich brauche professionelle Hilfe, die ich mir morgen auch gleich im Fitnessstudio meines Vertrauens (besser gesagt: Im Fitnessstudio da wo die Redaktion seine Beziehung hatte und die wo auch direkt bereit waren dem MarathonMeik sein Projekt mit zu machen, da wo… usw) Erstrat und sonstigen Spökes abholen werden.

Mann darf gespannt sein, wie ich die ganzen Schritte der gut 42 Kilometer meistere. Streng genommen sind es, von heute an gerechnet, eigentlich nur gut 100 Meter pro Tag – sowas sollte doch zu schaffen sein.