Es gibt ja unzählige Möglichkeiten zu sterben. Etwas eingeschränkter ist dabei sicherlich die Wahl der Selbstmordvarianten… Zweifeln sei nur vor Augen geführt, dass man z.B. nur sehr schwierigste einen Wal dazu bewegen kann, einen freiwillig zu verspeisen o.ä. Neben den mir bislang bekannten Möglichkeiten eines Suizids habe ich dann letztlich doch noch eine weitere kennen gelernt. Das Schlimmste an ihr ist: Man bleibt garantiert am Leben…. Ja, heute dann also der erste Trainingstag *g*
Fangen wir erstmal mit den positiven Erkenntnissen des heutigen Tages an: Ich bin ein fauler, unbeweglicher, konditionsarmer und kraftloser Klumpen Zellgewebe – seit heute habe ich das schriftlich. Nicht mal meine Beine, die ja gute 90 eigene Kilo Tag für Tag durch die Welt schleppen müssen, sind nicht mal in der Lage, auf schicken Foltermaschinen liegend irgendwelche 40 Kilogewichte (Masse, nicht Anzahl) von sich wegzudrücken. Das blieb natürlich auch nicht durch meine heutige Einführungskraft in die Folterräumlichkeiten („Die Bianca“) unkommentiert.
All diejenigen Blogleser, die auch meinen Roman „Andere haben Fische“ gelesen habe, dürften ja durch das Kapitel Wellness ein gutes Bild vor den Augen haben, wie quälende Angestellte des Gesund- und Fitmachgewerbes so aussehen und sich gebärden. Sämtliches gilt zumindest in der Hückeswagener Injoy-Wirklichkeit nicht. Alle Serviceleistenden sind von freundlichem und wohlwollendem Gemüt, bzw. sie verstecken ihren Sarkasmus vor dem ohnehin schon auf dem Boden liegenden Personal perfekt. Aber warum sollten sie einen Neusportler wie mich auch quälen? – Man macht das schließlich ganz von alleine.
Mal kurz zur Sache: Nach diversen Test, bei denen ich zigmal fast vom Laufband gefallen wäre, mein Blutdruck beliebig niedrig drückte und sich herausstellte, dass ich die untere Rückenmuskulatur einer 5-jährigen Ballerina habe, gibts für mich jetzt das erste individuelle Trainingsprogramm: Aufwärmen durch 10 Minuten lockeres Eintraben und Voltegieren auf dem Laufband, dann eine Runde Zirkus… äh… Zirkeltraining (8 Geräte, jeweils eine Minute, dann 2 Minuten Pause zum Nachsinnen über die erneute Blamage), in Folge spez. Geräte für meinen verbrezelten Korpus (vor allem Bauch, den Ballerina-Rücken und etwas Nackend *gg*) und zum Abschluss darf ich noch so lange auffem Laufband ordentlich Gas geben, bis et mir davon läuft. Das alles nach Möglichkeit zweimal die Woche.
Nun ja, mal schauen, ob ich mich schon direkt übermorgen wieder ins Trainingsgebiet hineinlege. Alleine die Anwesenheit zwischen isotonischen Appel-Guave-Getränken und jungen Kerls, deren sogenannter „Bizeps“ (übersetzt: „zweiköpfig“ – welche Ironie) ungefähr so breit ist wie die angesprochene Ballerina hoch, dürfte sich ja schon positiv auf meinen Gesamtzustand auswirken.