Dezember 2006


Es gibt ja einige hanebüchene Legenden, an den Haaren herbeigezogene Mären und sonstige Spaßerei, die irgendwann vor einigen Jahrhunderten von tölpendem Bauernvolk sich ausgedacht wurden und die heute noch gerne mit vollstem Glauben übergossen werden. Nehmen wir aus dem Füllhorn der tausend Beispiele mal die Jungfrauengeburt. Immer noch genügend Zweifel tummeln sich auf unserem Erdenrund, die bezweifeln, ein Mensch könnte jüngfräulich geboren werden. Eine Schande für das Abendland – man mag doch nur einmal daran denken, ob man selbst seine Jungfräulichkeit bei Geburt besaß – sehen Sie, so einfach geht das manchmal.

Direkt hinter der Jungfrauengeburt steht die Legende, Menschen würden sich zu Weihnachten mit allerhand Braten und Plätzchen vollschlagen und sich, kaum sind die Tage vorbei, kaum mehr richtig rühren können. Gequirlter Stuss das Ganze. Vollkommen absurder, weltfremder Blödsinn… ähm… Mist, wieder in Rage geschrieben.

Also die Kritiker haben absolut recht, wie ich heute schmerzlich nach der ersten Trainingseinheit an mir selbst bedauern musste. Mit unzähligen ostfriesischen Teeklöpsen und Kotzmakronen abgefüllt, schaffte ich heute gerade einmal mühsam mein Krafttraining, dann 5 km Laufen und nochmal 5 km Rad fahren. Klingt nach aller Völlerei noch ganz passabel, meinen Sie? Naja, so hat es sich aber beim besten Willen nicht angefühlt.

Meine Polaruhr ist immer noch nicht in mein Eigentum übergangen, da sie gerade noch auswärts Ski fährt. Also besser gesagt die mir aushändigende Trainingsberaterin („Die Bianca“), wie mir der Chef („Der Jörg“) bedauernd mitteilte. Aber wir Läufer sind ja ein geduldiges Volk.

Zum Abschluss des Jahres mein erster hart erarbeiteter Marathonwitz: Zwei russische Schulkinder beobachten den Pulk der Läufer beim Moskauer Marathon. Daraufhin einer der Knirpse zum anderen: „Das sollen Läufer sein? Da bewegt sich doch kein einziger von diagonal!“

Muhahaha und guten Lauf beim Rutschen.

Mahlzeit liebe Mitläufer! *plätzchenknabber*

Das christlichste aller feste wirft nun seine festlich geschmückten Schatten unmittelbar voraus und wie jeder normale Mensch kann natürlich auch der laufende Zellsack in mir nicht den Leckereien widerstehen, die in den nächstenTagen gereicht werden. Da kann man noch so erfolgreich beim Zirkeltraining läufig geworden sein – Keine Schmach so hart wie der Zimtstern im eigenen Magen.

Da ich aber zumindest bis Neujahr halbwegs frei habe, werde ich möglichst viel von der Plörre auch direkt wieder abtrainieren – und dies teilweise sogar im partnerschaftlich verbundenen Injoy hier in Remscheid, dass ich zur winterlichen (!!!) Überbrückung als Trainingslager missbrauche.

Meine Polaruhr besitze ich momentan übrigens noch nicht, obwohl ich sie letzte Woche schon hätte abholen können. Aber Sie kennen das ja: Da trainiert man Monatelang zum Beispiel für ein großes Angelturnier und stellt dann kurz vor dem Turnier fest, man hat Würmer. Ungefähr so gehts mir mit der Blöße, die ich mir geben werde, wenn ich erkenne, trotz monatelangen Trainings schlägt mein Herz so hoch wie der Kontostand geheimer CDU-Kassen in der Schweiz, wenn ich auch nur… sagen wir mal… eine Krawatte binde. Boah, gut, dass der Pulsmessgurt so eng um meine Brust geschlungen ist für die Messung, sonst würde das mit dem Binden auch noch komplizierter *seufz*

Manchmal wird man ja sehr schnell im Leben für kleine Frechheiten direkt bestraft. Ich hätte mich einfach im vorangegangenen Blog-Artikel nicht zu weit mit diesen schlüpfrigen Körperflüssigkeiten aussem Fenster hängen sollen. Wenigste Tage später durfte ich das Ergebnis in wenigstens Schüssel abernten: Brechdurchfall! Wo auch immer ich mir gefangen haben möchte, im sterilen Studio wirds wohl nicht gewesen.

Nach ein klein wenig Laufpause bin ich aber mittlerweile recht gut drinnen und versuche, mir in wenigen Tagen mal endlich die Polaruhr für den Winter (wie passend) klar zu machen. Dann kann ich mich ab sofort immer herzfrequenztechnisch in jeder Situation überwachen – und dies nicht alleine beim Laufen. Jeder Alltagsmoment wird in Ruhe von mir bepulst. Regt mich toasten eigentlich mehr auf als grillen? Steigt meine Frequenz dann an, wenn ich selbst großen Mist erzähle oder mir den von fremden anhören muss?

Abgesehen davon bleibe ich natürlich fleißig auf Band und Crosstrainer, obwohl ich momentan mehr so auf dem Muskelaufbau-Trip bin. Da kann man wenigstens in Ruhe bei liegen :)